Interview aus dem IT Markt 07|2011

Mit Voice over Internet Protocol (VoIP) können Telefoniekunden bis zu zwei Drittel ihrer Kommunikationskosten senken. Für den Fachhandel liegen die Verdienstmöglichkeiten in der Beratung, wie Stefan Meier von e-fon erklärt.

Stefan Meier ist Geschäftsführer und Mitgründer der e-fon AG
Interview: George Sarpong

Wer sind die Kunden von VoIP-Anlagen?

VoIP setzen heute alle Firmen ein, welche eine zukunftsgerichtete Telefonie-Lösung suchen.

Was heisst zukunftsgerichtet?

Zum Beispiel die einfachere PC Integration der Telefonie, wie Nummernwahl ab PC, oder nur ein Netz für Daten und Telefonie.

Wie ist die Akzeptanz von VoIP am Markt?

VoIP hat sich in den letzten 7 Jahren zum Standard entwickelt. Sämtliche grosse Telefonherstellen sind auf den VoIP -Zug aufgesprungen und bieten entsprechende Telefone an. Auch hat sich in den letzten Jahren SIP als Standard klar durchgesetzt und die proprietären Protokolle verdrängt. Dank SIP sind die IP-Telefone auch günstiger geworden.

Wie konnten durch SIP die Preise sinken?

Standardisierung senkt die Preise, da der Konsument sich frei entscheiden kann, von welchem Hersteller er das Telefon nehmen will.

Sie bieten auch Telefonanlagen aus der Steckdose an. Wie funktioniert dieser Service?

Unsere virtual PBX (virtuelle Telefonanlage) ist, wie man heute sagt, ein Cloud Service. Dies bedeutet, dass der Telefonserver und die Software nicht mehr bei der Firma lokal installiert, sondern im Internet in einem Rechenzentrum betrieben werden. Dadurch entfallen die hohen Investitionskosten für die Kunden und die Anzahl Telefonanschlüsse können nach Bedarf erhöht oder auch wieder reduziert werden. Auch ist die Nutzung weltweit möglich. Das heisst, der Benutzer kann beispielsweise auch mit dem Smartphone in den USA über das WLAN zum Schweizer Festnetztarif telefonieren.

Wieviel kann ein Unternehmen sparen, wenn es seine Telefonanlage aus der Steckdose bezieht?

Einerseits sind die einmaligen Kosten um ca. 50 – 70 Prozent geringer als bei Telefonsystemen, welche vor Ort installiert werden und zusätzlich können auch bei den wiederkehrenden Aufwendungen Kosten gespart werden. So entfallen etwa die teuren ISDN-Anschlüsse und auch die Wartungs-, Lizenz- und Unterhaltskosten fallen markant kleiner aus. Zusätzlich kommt der oekologische Aspekt hinzu, da nicht jedes Unternehmen zusätzliche Telefonanlagen- Server betreiben muss.

Tarife für VoIP-Gespräche sind niedriger als für klassische Telefonanlagen. Wie verdienen die VoIP-Anbieter ihr Geld?

Bei den Gesprächstarifen sparen die Kunden mit einem VoIP-Carrier zwischen 35– 65 Prozent gegenüber den konventionellen Gesprächsgebühren ein. Das ist natürlich massiv und die VoIP-Provider müssen mit anderen Dienstleistungen Geld dazu verdienen. So werden vermehrt Angebote wie der oben beschriebene Cloud-Service angeboten werden.

Und welche Möglichkeiten bieten sich dem Fachhandel mit VoIP?

Dem Fachhandel bietet sich eine hervorragende Möglichkeit, sich im zukunftsträchtigen VoIP-Markt zu positionieren. Gerade kleine Firmen sind auf eine gute Beratung angewiesen und sind oft im Technologiedschungel verloren. Da geht es einerseits um die Abklärung der Datennetz-Infrastruktur beim Kunden und andererseits um die Aufnahme der genauen Bedürfnisse bezüglich Telefoniedienstleistungen. Das Telefoniesystem greift direkt in den Ablauf der Unternehmen ein und deshalb ist es wichtig, dass kompetent beraten wird.

Gibt es Partnerprogramme?

Wir bieten spezielle Partnerprogramme für den Fachhandel an. Für uns ist es wichtig, dass die Partner in der VoIP-Technologie gut ausgebildet sind, weshalb wir unseren Partnern auch Schulungen anbieten. <

E-Mail: info@e-fon.ch und Tel: +41 (0) 44 575 14 40

Produktlinks: Telefonanlage | SIP-Trunk | Internet | Mobiltelefonie | VoIP